Ottonenlauf 2011 – Ein Lauf mit einem echten Lauffreund!

Nachträgliche Anmerkung: Eher kein Laufbericht, sondern eine Erinnerung an einen Tag mit einem wundervollem Menschen! Danke Björn!

 

Vorsicht!!!  Dieses Spiel ist gefährlich! Spielt es bitte nur bei ausreichender körperlicher Fitness und ausreichendem Trainings-/ und Geisteszustand! Es werden Details verraten, die nicht für alle Augen geeignet sind und vor allem ist dieses Spiel nicht jugendfrei!
Mission 1: Bring den Dicken ins Ziel
Ziel dieser Mission besteht darin, den Läufer S. aus V. vom Startort Stiege entlang des Selketal-Stieges in das 69Km entfernte Quedlinburg zu bringen. Egal was er sagt, egal wie viel er jammert, du musst ihn die ganze Zeit begleiten! Die Mission gilt als „nicht bestanden“, wenn der Läufer nicht unbeschadet (es werden nur körperliche, keine geistigen Schäden überprüft) und innerhalb von 11h am Ziel übergeben wird. Es wird hart, viele kleine Prüfungen werden auf dich warten, aber es lohnt sich!
Prüfung 1: Sorge für ein Gefühl der Sicherheit auf den ersten 15Km.
Sicherheit? Mein zweiter Vorname! Erst einmal ein Glas Sekt (Danke Frau K.!) zum Aufheitern und Lockern zum1Jährigen und vor dem Start unbedingt auf die Aerobic verzichten – Erstens bin ich so ein Tanzbär, dass ich mich dann gar nicht mehr losreißen kann und zweitens: Harry Potter weg! Hexen weg! Dieses Mal also ein Start ohne das harztypische Boden-/ Luftpersonal! Dann geht es los. Tempo aufnehmen, denk an die Endzeit! Aber es läuft. Angeregt unterhalten wir uns über alles Mögliche, lästern über Jogmapper, wie z.B. „Ach der, ne geht ja gar nicht, weil …“, „Bist du denn verrückt, voll daneben…“, „…das dachte ich mir schon, aber wirklich?“ usw., usw. Ihr kennt das ja! Was soll ich sagen, es lief! Es machte Spaß und es schien so als würde es ein schönes Spiel werden.
Prüfung 2: Halt ihn davon ab, die Cola schon zu früh zu trinken.
Oh! Das wird schwierig! Oder, ne doch nicht, habe ich doch letztes Jahr schon vorgearbeitet und Herrn S. leidlich erfahren lassen, dass man dieses Zeug nicht zu früh zu sich nimmt. „Trinkst du Cola, hast du exakt noch 5 schwungvolle Km und danach ist der Ofen aus!“ Herr S. meidet das braune Gesöff, prima!
Prüfung 3: Befrei den Dicken aus dem Tunnel!
Nach dem Verpflegungsstand bei Km 25 geht es auf einem schmalen Pfad steil hinauf auf den Selketalstieg. Auf dem folgenden Klippenweg heißt es nun vorsichtig sein, da jede Unachtsamkeit auf dem unebenen, felsigen Pfad sofort bestraft wird; aber nichts desto trotz, Sightseeing vom Feinsten! Bei diesem Auf und Ab merkte ich schon, dass uns die Temperatur und vor allem die hohe Luftfeuchtigkeit zu schaffen machen würde. Hinweise darauf, dass ich besser alleine vorlaufen könne, ignoriere ich gekonnt. Dann durch den Felsentunnel und nach einem kurzen Moment der Unachtsamkeit ist es passiert! Ich laufe direkt hinter Herrn S. in den Tunnel hinein und plötzlich alles dunkel und ich knalle volles Pfund von hinten auf ihn auf! Scheiße! Er steckt fest; von hinten gedrückt, von vorne gezogen, nichts geht! Nur mit Hilfe des typischen Läuferutensils Vaseline kann Herr S. aus dieser unangenehmen Lage befreit werden. Puh, Glück gehabt! Nun noch die steile Bergab-Passage und der gefährliche felsige Teil ist überstanden
Prüfung 4: Ertrage das Gejammer und versuch zu motivieren!
Nun laufen wir direkt an der Selke einen Waldweg an schönen Felsformationen entlang. Die, bei circa der Hälfte der Strecke angebrachte Liebesschaukel wird dieses Mal ignoriert, und es geht nun im Selketal in Richtung Meisdorf. Recht bald weicht der Waldweg einer Schotterstraße, auf der wir monoton entlang laufen. Da es nun doch wesentlich wärmer und schwüler geworden ist, wird auch das Gejammer immer größer. Nur mit größter Überzeugungskraft kann ich Herrn S. immer wieder davon überzeugen, dass es nur noch 4Km sind. Aber lange wird das nicht helfen, es muss eine andere Lösung her und siehe da, ein weiteres Läuferpaar wechselt schon die ganze Zeit immer wieder die Position mit uns. Einer der Beiden, der hier sowohl Marathon als auch Ultra-Debüt hat, braucht ebenso hin und wieder ein Gehpause. Das passt doch! Ab Km 50 wird das Leid geviertelt!
Bonuslevel: Extra-Kilometer
Nach dem Versorgungspunkt am Schlossteich von Ballenstedt geht es wieder in den Harzwald. Bei Km 60 bietet sich dann die Möglichkeit für Bonus-Km! An einer etwas unübersichtlichen Wegkreuzung wird ein Markierungspfeil als Streckenmarkierung genutzt, der von einer anderen Veranstaltung übrig geblieben ist. Leider wird der Plan recht früh durchschaut und weiter an einer Bundesstraße entlanggelaufen. Obwohl es nur ein paar Zusatzkilometer geworden sind, wich nun das Gejammer über körperliche Beschwerden dem über die etwas ungenaue Streckenkennzeichnung. Nach drei Kilometern Straße sind wir dann auch schon wieder auf der Original-Strecke. Die hier von den Ordnern prognostizierte Rest-Strecke von sieben Kilometern wurde dann noch ein wenig aufgestockt und so liefen wir die letzten zermürbenden Km alleine dem Ziel entgegen. Bald waren wir in Quedlinburg am Sportplatz vorbei und „schossen“ in Richtung Ziel: Nur noch die Stadionrunde!
Endgegner: Lass dich auf den letzten Metern bloß nicht mehr überholen!
Stadionrunde: Plötzlich spüren wir den Atem einer kleinen Wandergruppe die wir standesgemäß 500m vor dem Ziel überholt hatten in unserem Nacken … die nahmen doch tatsächlich die Stöcker in die Hand und fingen an zu …haltet euch fest… zu laufen! Aber nicht mit uns! An dieser Stelle noch einmal meinen allerherzlichsten Grüße ins KH von Quedlinburg. Das mit dem Stock ist ein wenig dumm gelaufen, aber in eurem Alter heilen solche Fleischwunden noch recht ordentlich! Wir überqueren die Ziellinie und ich übergebe Herrn S. wieder an Frau K. und Hunde S. und K.
Scoring:
Erreichen des Zieles: 100%
„Weg-Schick“-Resistenz: 100%
Zielzeit 9h11Min: 100%
Prüfungen: 100%
Bonus: Nur 5 von 10 Extra-Km:50%
Endgegner: 100%
Mission1: Accomplished!
Go to the next Level!
Mir hat es riesig Spaß gemacht und ich muss mal sagen, dass 9 Stunden recht schnell vorbeigehen können und ich freue mich schon jetzt auf die Mission 2! Demnächst hier, auf einer Laufstrecke inmitten des BORNiversums!

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Über Ultra Snob

Urteile erst über mich, wenn du mich kennengelernt hast .... alles andere wird wahrscheinlich in Vorurteilen enden - die Grenze zwischen "Arsch" und Freund ist schwammig.
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