Alpenurlaub 2014 – Exkurs

Im Anschluss an die Tage im Pitztal ging es wieder zurück in Richtung Innsbruck; da  nichts ausser eine kleinere Bewegungseinschränkung gegen ein wenig sportliche Ertüchtigung sprach, kletterten wir ein wenig durch die Berge und es wurden zwei kleinere Läufchen absolviert. Insgesamt aber mit mässigem Erfolg: Die Rippen lassen ein richtiges Klettern nicht zu, und beim Laufen schmerzt es immer zu Beginn und beim Bergablaufen – Doof das, vor allem in den Bergen! Hilft aber nichts, Schmerzen haben mich noch nie so richtig stilllegen können.
Nachdem ich nun ein wenig Zeit hatte über meine zukünftigen Laufpläne nachzudenken –  vor allem Nachts, da aufgrund der Rippenschmerzen an Schlaf nicht so recht zu denken war, war für mich klar, dass ich, zumindest auf extrem technisch anspruchsvolle Läufe, die größtenteils im Dunkeln stattfinden, in Zukunft verzichten sollte. Ob das Laufen in den Bergen für mich überhaupt machbar ist, stand und steht hingegen nicht zur Debatte, dafür macht es mir zuviel Spaß.

Also den Urlaub noch einmal schnell für einen längeren lockeren Lauf rund um die Kalkkögel nutzen. Früh aufgestanden, Rucksack gepackt, mit Maren einen Termin für den Nachmittag am Birgitzköpfle-Haus vereinbart und mit dem Auto hoch aufs Axamer Lizum. Auffi! Das Schwierigste lag nun wohl darin, sich auf dem völlig, und ich meine damit auch vollständig leeren Parkplatz für einen einzigen Parkplatz zu entscheiden … nun aber endlich raus; vorbei an den Bausünden der Olympiade die knapp 600Hm über die Ski-Piste hoch zum Birgitzköpfl Haus auf 2050m in Angriff nehmen. Noch ist es hier ruhig, da die Bahn noch stillsteht und nur ein paar Wanderer dem frühen Vogel gefolgt sind. Unten ist es noch schattig kühl während ich oben langsam in die Sonnenstrahlen eintauche und das wundervolle Panorama genießen kann. Lovely mountains!

2km  und 35 Minuten später, am Birgitzköpfl Haus angekommen, ist der Kopf frei und die Rippen tun auch nicht mehr weh. Kurz rein, aufs Klo und beim rausgehen noch über den Sziols Beutel an der Garderobe wundern…“schön, da war wohl noch jemand beim Karwendel-Berglauf „…. Der Hüttenwirt hingegen wundert sich schon über nichts mehr als ich ihm von dem geplanten Läufchen erzähle und  sage er solle doch schon einmal ein Weizen kaltstellen. Doch nun endlich weiter.

Blauer Himmel, ein frisches Lüftchen. Also vorbei an den sogenannten „Killer“-Kühen und auf schmalem Pfad weiter  zum Halsl auf 1.980 m, von dort über das Joch auf einem schmalen Gebirgssteig durch Latschen und Hochalmwiesen in Richtung des Halslbodens ins Stubaital. Es läuft! Siehste, muss  nur laufbar sein und schon macht es auch Spass. Es geht über ein kleines Geröllfeld auf den Gloatsteig. Herrlich, der schmale Weg führt in leichtem Auf und Ab durch die felsigen Waldhänge und es macht Spass mit dem Tempo zu spielen. Den einen Anstieg tippelnd, den anderen mit Schwung. Eine Wohltat für die Beine, eine für die Augen… zu sehen wie sich die Sonnenstrahlen in den Wassertropfen an den Grashalmen wiederspiegeln und die langsam aufsteigenden kleinen Nebelschwaden verschwinden ist sensationell …nun noch durch die stahlseilversicherte steile Schrofenflanke in Richtung Schlickeralm. Geht doch! Und noch alles heile.

Bei der Schlickeralm beginnt dann der sehr steile schroffe Steig, der durch die Roßgrube hinauf zur Alpenklubscharte führt – das Gelände erfordert ein wenig Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, also wie für mich gemacht. Auffi, entlang der imposanten Großen Ochsenwand und auf der anderen Seite bergab zur Adolf Pichler Hütte. In der Scharte die Aussicht genießen und auf das Kommende freuen. Attacke! Unter dem Motto „wenn es nicht raucht war es nicht schlimm“ geht es teils direkt, teils die Serpentinen auslaufend nach unten. Während mir zwei Bergsteiger in voller Montur kurz Platz machen, schreie ich ihnen nur „Grüß euch“ entgegen, nehme den direkten Weg und bin binnen Sekunden ausserhalb ihrer Reichweite und sehe nur noch das ungläubige Kopfschüttel …. Geht doch! Ich liebe diese Schotterfelder – ein wenig Druck auf die Ferse und man versinkt leicht und bremst….gibt zwar Geröll in die Schuhe aber egal. Pure Lauffreude! Und beim letzten Mal war ich hier noch so vorsichtig und nun so. Geil!

Viel besser als alles bis jetzt Gewesene ist der Kaspressknödel mit dem Weizen auf der Adolf Pichler Hütte. Müsst ihr unbedingt probieren! Yammi. Die imposanten Kalkkögel vor Augen genieße ich mit Leib und Seele…hier könntest du mich aussetzen, das Paradies.

Doch ich muss weiter, Maren wartet. Es geht also wieder auf dem kleinen Geröllpfad nach oben in Richtung Hoadlsattel und dann auf den landschaftlich sehr schön gelegenen Hochtennboden mit den riesigen Schafen – die Landschaft wechselt von steinig grau zu grasgrün. Ich überquere die Wiese, laufe wieder hinab in ein Kar und dann zum Widdersbergsattel hinauf, um dann mit Maren auf dem Birgitzköpfl Haus das lang ersehnte Weizen zu genießen. Die Wirtin bringt neben dem Bier auch noch den Sziols Beutel mit der Bemerkung, dass ich diesen dort das letzte Mal vergessen hatte…stimmt da war etwas… peinlich, aber auch sehr angenehm. Es wird allmählich frisch und es wird Zeit zurück zum Auto zu kommen; Maren mit der Bahn und ich parallel dazu zu Fuß. Und was soll ich sagen? Ich war eine Sekunde eher unten. War aber auch ein Stück Arbeit, und nun 25 Km und 2500Hm später weiss ich wieder warum ich die laufbaren Berge liebe … ein schöner Tag!

Es tut mir leid, dass ich immer noch nicht bei meinem endgültigen Hoch, dem dritten Akt angekommen bin, aber das folgt …

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Über Ultra Snob

Urteile erst über mich, wenn du mich kennengelernt hast .... alles andere wird wahrscheinlich in Vorurteilen enden - die Grenze zwischen "Arsch" und Freund ist schwammig.
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